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Der Insolvenzverwalter ist ein kleiner Papst. Keiner weiß so genau, wie man eigentlich Papst wird, was der gewählte Papst die ganze Zeit macht und wie die Kirchensteuern verwendet werden. Kein Wunder also, dass Verschwörungstheorien die Runde machen. Die Filmindustrie in  Hollywood hat mit „Illuminati“ und „Da Vinci Code“ Blockbusterfilme auf den Markt geworfen. Ähnliches gilt für Insolvenzverwalter auch. Der Insolvenzverwalter wäre für Hollywood vermutlich eine Mischung aus „Illuminati“ und „James Bond“. Er kämpft für die Geschädigten nach einer Pleite. Oder wäre er ein Mafiosi?

Unzeitgemäße Insolvenzordnung verstärken Probleme

Pleiten gehören zur Wirtschaft, wie Regen zum Wetter. Das ist ärgerlich für diejenigen, die noch Geld zu bekommen haben oder deren Arbeitgeber in die Insolvenz geht. Dann gilt es, ein Unternehmen vernünfig abzuwickeln. Die aktuell geltende Insolvenzordnung ist in den Grundsätzen ein uraltes Gesetz, welches nicht in die heutige Zeit passen will. Im Grunde hat der Gesetzgeber vor einigen Jahren nur das eine Wort verändert: aus dem Wort Konkurs wurde das Wort Insolvenz. Das hört sich bekanntlich viel vornehmer an.

Wie wird der Insolvenzverwalter in den Sattel gehoben?

Der Insolvenzverwalter wird bis heute vom Amtsgericht bestellt, in dessen Bezirk die Firma ihren Sitz hat. Der Sitz einer Firma wird von dem Unternehmen selbst bestimmt. Es kann also sein, dass ein Insolvenzrichter eines Mini-Amtsgerichts auf einmal den Insolvenzverwalter einer Milliardenkonzerns ernennen muss. Damit wird ein Insolvenzverwalter Chef einer großen Firma mit eventuell Tausenden von Mitarbeitern. Insolvenzverwalter sind regelmäßig Juristen und keine Manager. Zudem müssen Insolvenz-Kanzleien teilweise von Null auf Hundert Belegschaften aufbauen, um sich durch Terrabyte von Akten zu fressen. Die Frage ist, ob es nicht besser wäre, Insolvenzen als Staatsaufträge europaweit auszuschreiben und dann den Insolvenzverwalter zu bestimmen, der am preiswertesten und effektivsten seine Dienste anbietet. Was spricht gegen eine Grundvergütung und dann eine Erfolgsgütung?

Zwischeninformationen sind zu dürftig

Insolvenzverwalter sind bisher gesetzlich nicht gezwungen, regelmäßig und zeitnah die Gläubiger zu informieren. In der Zwischenzeit ist für Spekulationen breiten Raum. Warum wird nicht im Internet jeden zweiten Monat ein Kurzbericht veröffentlicht, wenn mehr als 500 Personen Ansprüche angemeldet haben?

Gelddrucken für Juristen

Es ist auch ein Unding, dass Insolvenzverwalter wiederum andere Kollegen beauftragen können, die dann Klagen erheben dürfen und volle Gebühren abrechnen. Eine solche Subunternehmerschaft kostet viel Geld, außerdem verdient der Staat kräftig mit. Vermutlich wäre es angezeigt, die Klagen von Insolvenzverwaltern gerichtskostenfrei zuzulassen.

Die Insolvenzordnung passt nicht mehr in die Zeit und muss reformiert werden. Die katholische Kirche lebt mit Kirchenaustritten und den Misserfolgen aufgrund von Misstrauen. Der Besuch in der Kirche und die Mitgliedschaft sind Privatsache. Der Insolvenzordnung als deutschem Gesetz kann sich keiner entziehen, deshalb sollten über die Bestellung, die Qualifikation, die Vergütung des Insolvenzverwalters und Methoden der Abwicklung offen diskutiert werden.

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The insolvency administrator is a little pope. No one knows exactly how to become a pope, what the elected pope does all the time and how the church taxes are used. No wonder then that conspiracy theories make the rounds. The Hollywood film industry has launched blockbuster movies with Illuminati and Da Vinci Code. The same applies to insolvency administrators too. The insolvency administrator would probably be a mixture of „Illuminati“ and „James Bond“ for Hollywood. He fights for the victims after a bankruptcy. Or would he be a mobster?

Out-of-date bankruptcy laws increase problems

Bankruptcies are part of the economy, like rain to the weather. This is annoying for those who still have money to get or whose employer goes bankrupt. Then it is necessary to handle a company in a reasonable manner. The current insolvency code is in the principles of an ancient law, which does not fit into the present time. In fact, a few years ago, the legislature only changed one word: the word bankruptcy became insolvent. As you know, that sounds much more elegant.

How is the insolvency administrator lifted into the saddle?

The insolvency administrator is still appointed by the district court, in whose district the company has its headquarters. The seat of a company is determined by the company itself. So it may be that an insolvency judge of a mini-district court has to appoint the insolvency administrator of a billion-dollar company. This will make a bankruptcy trustee head of a large company with possibly thousands of employees. Bankruptcy administrators are regular lawyers and not managers. In addition, some insolvency law firms have to build from zero to one hundred employees in order to eat their way through Terrabyte files. The question is whether it would not be better to announce bankruptcies as government contracts across Europe and then to appoint the bankruptcy trustee who offers the cheapest and most effective services. What speaks against a basic salary and then a salary?

Intermediate information is too poor

Insolvency administrators are not required by law to inform creditors regularly and in a timely manner. In the meantime, there is a lot of room for speculation. Why is not a short report published every second month on the Internet when more than 500 people have filed claims?
Money printing for lawyers

It is also an absurdity that insolvency administrators in turn can hire other colleagues who can then file lawsuits and settle full charges. Such subcontracting costs a lot of money and the state also earns a lot of money. Presumably it would be appropriate to allow the actions of insolvency administrators free of charge.

The insolvency order does not fit into the time and needs to be reformed. The Catholic Church lives with church exits and failures due to mistrust. The visit to the church and the membership are private matters. Nobody can evade the insolvency code as German law, therefore the order, the qualification, the remuneration of the insolvency administrator and methods of liquidation should be openly discussed.