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Gedenken

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aganyga (CC0), Pixabay

In Polen haben trotz Protesten heute um 8.41 Uhr im Gedenken an die Flugzeugkatastrophe von Smolensk vor zwölf Jahren landesweit die Sirenen geheult. Die Bürgermeister einer ganzen Reihe von Städten hatten sich unter Verweis auf die vielen ukrainischen Kriegsflüchtlinge im Land und die durch die Sirenen eventuell bei ihnen ausgelösten Ängste dagegen ausgesprochen. Die Sirenen werden jedoch von den Regionalverwaltungen betrieben, die dem Innenministerium unterstehen.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine sind über zweieinhalb Millionen Menschen ins Nachbarland Polen geflohen. Die Bürgermeister unter anderem von Warschau, Krakau, Katowice und Lodz warnten im Vorfeld des Smolensk-Gedenktages, die heulenden Sirenen könnten die Flüchtlinge noch mehr traumatisieren. Das Innenministerium erklärte, es habe ein SMS an alle Nutzer ukrainischer Telefonnummern in Polen geschickt, um die Gedenkaktion anzukündigen.

Das Gedenken an den Flugzeugabsturz von Smolensk ist besonders für die Regierungspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) von großer Bedeutung. Am 10. April 2010 waren bei dem Unglück Polens damaliger Staatschef Lech Kaczynski, seine Frau Maria und 94 weitere Insassen ums Leben gekommen. Kaczynskis Zwillingsbruder Jaroslaw ist Parteichef der PiS.

Unter den Opfern waren weitere ranghohe Militärs und Politiker, die zum 70. Jahrestag des Massakers von Katyn bei Smolensk an einer Gedenkfeier teilnehmen wollten. In Katyn hatte die sowjetische Geheimpolizei im Zweiten Weltkrieg mehrere tausend polnische Offiziere erschossen.