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Annalena Baerbock © Michael Brandtner cc-by-sa 4.0
Annalena Baerbock | © Michael Brandtner cc-by-sa 4.0

Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich bei ihrem Antrittsbesuch in der Türkei einen offenen Schlagabtausch mit ihrem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu geliefert. Baerbock forderte bei dem Treffen gestern in Istanbul unter anderem die Freilassung des inhaftierten Kulturförderers Osman Kavala, außerdem verteidigte sie Griechenland gegen türkische Territorialansprüche.

Cavusoglu warf Baerbock daraufhin vor, den Fall Kavala gegen die Türkei zu instrumentalisieren. Beim Thema Griechenland sagte er, Baerbock falle auf „griechische Propaganda“ herein. Cavusoglu warf Deutschland „Doppelmoral“ vor und kritisierte, dass die neue deutsche Bundesregierung sich einseitig gegen die Türkei positioniere: Deutschland müsse zu einer „ausgeglichenen Position“ gegenüber seinem Land zurückkehren, forderte er.

„Zuhören, auch wenn die Ohren schmerzen“

Baerbock machte gleich zu Beginn der gemeinsamen Pressekonferenz mit Cavusoglu klar, dass sie Klartext reden wolle. Die engen Beziehungen Deutschlands zur Türkei erforderten es, sich „gegenseitig zuzuhören, auch wenn einem vielleicht die Ohren schmerzen“. Diplomatie bedeute nicht, „Plattitüden auszutauschen“, sagte sie. Es müssten auch Themen angesprochen werden, „wo wir auf einer Pressekonferenz beide vielleicht zucken“.