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David_Peterson (CC0), Pixabay

Das russische Militär hat ukrainischen Angaben zufolge in der Nacht die Angriffe auf die Stadt Mariupol fortgesetzt. Dabei sei auch ein Überschallbomber vom Typ Tu-22M3 zum Einsatz gekommen, berichtete der ukrainische Generalstab. Im Stahlwerk Asowstal, wo sich ukrainische Truppen verschanzt haben, sollen sich auch zahlreiche Zivilpersonen verstecken, heißt es seitens der Polizei in der Hafenstadt.

Raketeneinschläge in mehreren Städten

Aus mehreren ukrainischen Städten und Regionen werden Raketenangriffe gemeldet. In Kiew sind laut einem Reuters-Reporter mehrere Explosionen zu hören gewesen, ebenso in den Regionen Lwiw im Westen der Ukraine und Dnipropetrowsk.

Der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowyj, teilt mit, in der Stadt seien fünf Raketen eingeschlagen. Der Sender Suspilne berichtet, bei Luftangriffen in der Region Dnipropetrowsk seien zwei Menschen verletzt worden.

EU-Mitgliedschaft: Fragebogen laut Kiew ausgefüllt

Die Ukraine hat den von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen überreichten Fragebogen für den Antrag auf EU-Mitgliedschaft nach Regierungsangaben vollständig ausgefüllt.

Wie der stellvertretende Leiter des Büros von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Ihor Schowkwa, in einem TV-Interview sagt, muss die EU-Kommission nun klären, ob die Ukraine die Beitrittskriterien erfüllt.

„Wir erwarten, dass die Empfehlung positiv ausfallen wird und dann liegt der Ball bei den EU-Mitgliedstaaten“, sagt Schowkwa mit Blick auf die Zuständigkeit der 27 EU-Regierungen.

Diese müssen alle Schritte im Zusammenhang mit Beitrittsgesprächen einstimmig beschließen. Der Selenskyj-Berater sagt, dass die Ukraine davon ausgehe, während der geplanten Sitzung des Europäischen Rates am 23. und 24. Juni den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu erhalten.

Polizei: Zivilpersonen in Stahlwerk

Besonders umkämpft in Mariupol ist das riesige Stahlwerk Asowstal. Dort sollen sich nicht nur Tausende Verteidiger, sondern auch zahlreiche Zivilistinnen und Zivilisten befinden, sagt der Chef der Streifenpolizei von Mariupol, Michajlo Werschinin.

Die Menschen hätten sich in dem Werk, zu dem auch unterirdische Anlagen gehören, vor Beschuss während der wochenlangem Belagerung der Stadt durch das russische Militär versteckt, so Werschinin. „Sie trauen den Russen nicht. Sie sehen, was in der Stadt vor sich geht, und bleiben deswegen auf dem Werksgelände.“ Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Große Teile von Mariupol werden mittlerweile vom russischen Militär kontrolliert. In Mariupol hielten sich noch rund 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf, sagt Werschinin.

Selenskyj warnt vor Offensive im Donbas

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt, dass das russische Militär für die nächste Zeit eine Offensive in der Industrieregion Donbas im Osten der Ukraine vorbereite: „So wie die russischen Truppen Mariupol zerstören, wollen sie auch andere Städte und Gemeinden in den Gebieten Donezk und Luhansk dem Erdboden gleichmachen.“

Man sei den Partnern dankbar, die helfen. „Aber diejenigen, die von uns benötigte Waffen und Munition haben und ihre Hilfe zurückhalten, müssen wissen, dass das Schicksal dieser Schlacht auch von ihnen abhängt. Das Schicksal von Menschen, die gerettet werden können“, sagt Selenskyj, ohne einzelne Länder beim Namen zu nennen.

Ukraine: Neue Angriffe auf Mariupol

Der ukrainische Generalstab berichtet in der Nacht von russischen Raketen- und Bombenangriffen auf das belagerte Mariupol. Dabei kämen auch Überschallbomber vom Typ Tu-22M3 zum Einsatz, heißt es.