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ELG21 (CC0), Pixabay

Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben einen Großangriff in der ostukrainischen Region Luhansk gestartet. In der Kleinstadt Kreminna sei die russische Armee „mit einer riesigen Menge an Kriegsmaterial einmarschiert“, teilte der ukrainische Gouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, am Montag mit. „Unsere Verteidiger haben sich auf neue Positionen zurückgezogen“, fügte er hinzu.

Tote bei Angriff in Charkiw

Bei erneuten russischen Angriffen auf die nordostukrainische Millionenstadt Charkiw sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist eine Granate auf einem Spielplatz in einem Wohngebiet eingeschlagen, eine Frau und ein Mann sind Agenturberichten zufolge getötet worden. Einen weiteren Toten sowie sechs Verletzte gibt es nach Angaben des Direktors eines medizinischen Nothilfezentrums bei einem Angriff auf ein humanitäres Hilfszentrum.

Freies Geleit für Zivilisten aus Stahlwerk gefordert

Die ukrainische stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk ruft Russland auf, Fluchtkorridore aus Mariupol und aus dem Gelände des Stahlwerks Asowstal in der Hafenstadt zuzulassen. Dort haben sich die verbliebenen ukrainischen Soldaten verschanzt. Auch viele Zivilistinnen und Zivilisten sollen auf das Gelände geflohen sein. Es müsste schnell eine Passage für Frauen, Kinder und andere Zivilisten aus Asowstal heraus geschaffen werden, sagt Wereschtschuk.

Ministerium: Lage in Mariupol ist „extrem schwierig“

Die Lage in Mariupol sei „extrem schwierig“, sagt der Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Olexander Motusjanyk. Die Hafenstadt sei aber noch nicht vollständig in der Hand der Russen. Weiters sagt er, dass die russischen Luftangriffe um über 50 Prozent zugenommen hätten. Immer öfter seien Teile der Infrastruktur Ziele der Attacken.

Putin: Westen schadet sich mit Sanktionen selbst

Der Westen schadet sich nach den Worten von Russlands Präsident Wladimir Putin mit seinen Sanktionen selbst. Diese hätten zu einer Verschlechterung der Wirtschaft geführt, sagt er bei einer Videokonferenz mit hochrangigen Regierungsvertretern.

Zur russischen Wirtschaft erklärt er, dass sich die Inflation stabilisiert und sich die Nachfrage im Einzelhandel normalisiert habe. Russland solle seinen Haushaltsspielraum für eine stärkere Unterstützung der heimischen Wirtschaft nutzen. Die Bereitstellung von Liquidität könne angesichts einer schrumpfenden Kreditvergabe gestützt werden, sagt Putin.

Italien und Spanien öffnen Botschaften in Kiew

Trotz des anhaltenden Krieges in der Ukraine verlegen Italien und Spanien ihr Botschaftspersonal wieder nach Kiew. Die Botschaft Italiens ist heute wiedereröffnet worden, nachdem sie im März aus Sicherheitsgründen von Kiew ins westliche Lwiw verlegt worden war.

Spanien werde ebenfalls „in Kürze“ seine Botschaft wieder eröffnen, kündigt Ministerpräsident Pedro Sanchez an.

„Wir werden die spanische Botschaft in Kiew in der Ukraine in den kommenden Tagen wiedereröffnen, als weiteres Zeichen des Engagements der spanischen Regierung und der spanischen Gesellschaft für das ukrainische Volk“, sagt Sanchez in einem Interview.

Kreml sieht kaum Fortschritte bei Verhandlungen

Bei den russisch-ukrainischen Verhandlungen für eine Beendigung des Krieges sind nach Kreml-Angaben weiter keine Fortschritte in Sicht. Die Dynamik lasse zu wünschen übrig, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Die Ukraine ändere ihre Position oft und lasse keine besondere Konstanz bei Abstimmungsfragen erkennen. Gleichwohl gebe es weiter Kontakte, werde weiter auf Expertenebene verhandelt.

Die vom Kreml so bezeichnete „militärische Spezialoperation“ werde fortgesetzt. Sie laufe nach Plan, sagte Peskow.

Er bestätigt auch, dass nach dem Untergang des russischen Kriegsschiffs „Moskwa“ im Kreml die nun im Internet verbreiteten Bilder von einem brennenden Schiff gesichtet worden seien. „Ja, wir haben diese Bilder tatsächlich gesehen; inwieweit sie aber authentisch sind und der Wirklichkeit entsprechen, können wir nicht sagen.“

Russisches TV zeigt angebliche britische Kriegsgefangene

Das russische Staatsfernsehen hat ein Video zweier angeblich britischer Kriegsgefangener veröffentlicht, die um ihren Austausch gegen den prorussischen ukrainischen Unternehmer Viktor Medwedtschuk bitten.

In dem heute ausgestrahlten Video richten sich die beiden Männer an den britischen Premierminister Boris Johnson und bitten ihn darum, ihre Freilassung zu verhandeln.

Nahezu gleichzeitig veröffentlicht der ukrainische Inlandsgeheimdienst ein Video Medwedtschuks, in dem dieser um seinen Austausch gegen die verbliebenen ukrainischen Verteidiger und Bewohnerinnen und Bewohner Mariupols bittet.

Bei den angeblichen britischen Kriegsgefangenen handelt es sich dem russischen Staatssender WGTRK zufolge um Aiden Aslin und Shaun Pinner, die im Ukraine-Krieg für Kiew gekämpft haben sollen. In dem Video äußern sich die beiden ausgezehrt wirkenden Männer nicht dazu, ob sie von der russischen Armee oder den prorussischen Separatisten in der Ostukraine festgehalten werden.